Tafeln mit Hartz-IV


Das Wort „Tafel“ verbinden viele Menschen mit: Festessen, Bankett, Festmahl, Schmaus, Diner, Galadiner, Gastmahl, Ehrenmahl, Festgelage, Familienfeiern und edlen Restaurants.

Kerzenschein. Festlich gedeckte Tafeln. Ausgesuchte edle Speisen. Spitzen Weine und Champagner. Harmonie von Porzellan, Besteck, Glas, schöner Tischwäsche, liebevoller Dekoration und erstklassigem Service.

Dieses positiv besetzte Wort bedeutet für die Kunden der ca. 900 Tafeln in Deutschland aber auch Armut mitten im Reichtum, erläutert der BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V.

Die Tafelbewegung konnte in Deutschland bereits ihr 20-jähriges Bestehen feiern. Die Idee Bedürftige mit überschüssigen, aber qualitativ einwandfreien Lebensmitteln zu versorgen, stammt aus einem Land in dem die soziale Schere schon immer weit auseinender klaffte, den USA.

Sind die Tafeln in einem der reichsten Länder der Welt wie Deutschland es ist, eine soziale Errungenschaft die ein Grund zum Feiern geben? Sicher nicht! Aber die zunehmende Armut bekommt dadurch ein Gesicht und macht die politische Gleichgültigkeit gegenüber den sozial Schwachen deutlich sichtbar. Die Tafeln sind kein Erfolgsmodell, welches Armut bekämpft sondern es wird nur erreicht, dass Armut etwas gelindert wird.

Wenn Menschen in unserem Land – selbst wenn sie Arbeit haben – nicht genug Geld haben um sich und ihre Familien zu versorgen, so ist das eine politische und volkswirtschaftliche Bankrotterklärung – oder eine beabsichtigte Spaltung der Gesellschaft. Mittlerweile wurde durch eine perfide Marketingstrategie erreicht, dass die „Armenspeisungen“, „Suppenküchen“ oder eben die „Tafeln“ nicht als das was sie tatsächlich sind, nämlich eine symbolische Armutslinderung nach Gutsherrenart, von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, sondern als soziale Errungenschaft gefeiert werden. Dass die meisten Kunden der Tafeln eine positive Meinung dazu haben ist der Situation in der sie sich befinden geschuldet. Diese Genossenschaften der Armut vernebeln die eigene Wahrnehmung und glauben an die Alternativlosigkeit ihrer eigenen Situation.

Es gehen aber auch viele Menschen nicht zu einer Tafel, obwohl sie dürften. Der Hauptgrund dafür ist Scham. Über diese „Nutzungsverweigerer“ und ihre Motive spricht niemand. Aber gerade das zeigt ja, welches Image Tafeln eben abseits der politisch gewollten Belobigung auch haben.

Für die Politik gibt es keine Armen. Wenn es in Deutschland keine Armut gibt, warum gibt es dann diese so genannten Suppenküchen, Obdachlosenheime und Tafeln. Wenn es keine Armen geben würde, wäre keiner auf diese Einrichtungen angewiesen. Eine Politik die Armut produziert und dann das Ergebnis in die Hände scheinbarer privater Mildtätigkeit legt, das ist der eigentliche Skandal.

Tausende ehrenamtliche Helfer engagieren sich aus Überzeugung und bringen sich zu 100% in die unterschiedlichsten sozialen Projekte ein. Diese Menschen verdienen unseren Respekt! Aber schleichend und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, wird Armut zum Geschäftsmodell.

Die Kürzung von Existenzgrundlagen durch die ARGE mit dem Verweis auf die Tafeln zeigt nur all zu deutlich die Auswirkungen dieser menschenverachtenden Politik und wo die Reise hingehen soll.

Mit Urteil vom 9. Februar 2010 stellte Das Bundesverfassungsgericht fest, dass der Staat im Rahmen seines Auftrags zum Schutz der Menschenwürde und in Ausfüllung seines sozialstaatlichen Gestaltungsauftrags verpflichtet sei, dafür Sorge zu tragen, dass die materiellen Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben auch denen zur Verfügung stehen, die über keine Einkünfte verfügen. Zu den Menschenrechten gehört auch das Recht auf einwandfreie Nahrung.

Millionen Hartz-IV-Empfänger erhalten zu wenig Geld. Leider haben immer noch zu viele Hartz-IV-Empfänger Bedenken, ihre Ansprüche gerichtlich durchzusetzen. Deshalb führt der BSZ® e.V. eine Langzeitstudie unter dem Titel Social Protect Control durch. Teilnehmern an der Studie bietet der BSZ® e.V. eine kostenlose Überprüfung des Bescheids durch Vertrauensanwält an. Horst Roosen, Vorstand des BSZ® e.V.: „Für die Prüfung entstehen Hartz-IV-Empfängern keine Kosten. Man sollte deshalb nicht zögern, eine Überprüfung bei den Vertrauensanwälten des BSZ zu veranlassen.“

Die Anmeldeunterlagen zur Langzeitstudie „Social Protect Control“ können kostenlos und unverbindlich mittels Online-Kontaktformular, E-Mail, Fax oder auch per Briefpost bei dem BSZ® e.V. angefordert werden.

Quelle:
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Internet: http://www.hartz4-hotline.de und http://www.hartz4-hotline.de/blog

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Bildquelle: © Rainer Sturm / pixelio.de

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